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Gänsehautvibrierend geht’s auf „Zazal“ gleich zur Sache und beweist von Beginn an, dass die Mongolei mehr zu bieten hat als weite Steppen. Gutturale Laute mit pentatonischen Ausschweifungen entwickeln einen unnachahmbaren Sound, seiltänzelnd zwischen Uralt-Traditionen und Real-Sozialismus. Mit „Uils dundaa sain“ nahm das Sextett zudem ein Lied auf, das nicht nur westliche Zungen bricht, wollte man den Text laut vorlesen, sondern schlicht und ergreifend zum wahnwitzigsten Musikvergnügen in letzter Zeit gezählt werden kann. Dieser Song ist ein Volkslied über die Gefahren des Alkohols: „Wenn er in der Flasche ist, ist er ruhig. Wenn er aus der Flasche ist, ist er unberechenbar heftig.“ Die dreizehn Songs leben einerseits von der hervorragenden Stimmung, wie sie einfach nur Pferdekopfgeigen, Hackbretter, Schwanenhalslaute und Bässe hervorbringen können, zum Anderen von der steilsten Vokal-Akrobatik des diphonischen, epischen und melodischen Gesangs, khöömii, khailakh, duulakh, also dem Oberton- oder Kehlkopfgesang, seit Erstdurchquerung der mongolischen Steppe. Die Band schafft es dabei besagte Volkslieder im neuen Gewand zu interpretieren, ohne sich an westliche Kommerz-World-Music zu vergreifen. Rap-Formen wechseln mit jubilierender Spielfreude und schöpferischer Ruhe. Ästhetische Klänge im Gleichgewicht von errungener Freiheit und verwurzelter Tradition. Besser kann Volksmusik nicht sein!
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